Fußtechnik (Tae), Handtechnik (Kwon) und der Weg (Do) vereinen sich.

soph | „Jodol, Ahob, Jol!“ Wenn man die Augen schließt kann man schnell vergessen, dass man sich im Asdorftal befindet und nicht in einem Ort in Korea. Öffnet man sie wieder sieht man einige Kinder, die in weißen Anzügen barfuß in mehreren reihen hintereinander stehen. Max Schlechtinger gibt die Schritte vor, die zu einer Übung gehören. Dabei wird laut gezählt – auf koreanisch. Die Wörter hängen an einer Tafel an der Wand, aber kaum eines der Kinder muss noch dort drüben hinblicken Nach und nach füllt sich der Raum auch mit Erwachsenen. Jeder der eintritt verneigt sich kurz in Richtung einer Wand, an der das Portrait des koreanischen Taekwon-Do Meisters Kwon, Jae-Hwa hängt. Alle tragen die gleichen Anzüge, nur die Gürtel unterscheiden sich. gelbe, rote und weiße sind zu finden. Max trägt einen schwarzen Gürtel – die höchste Stufe. Deswegen darf er auch unterrichten, während sein Vater Eckard Schlechtinger im Gespräch mit der SZ ist. Der 51-jährige hat bereits den 5.Dan erreicht, die unterschiedlichen Grade der Großmeister. In seinem Taekwon-Do Center an der Konrad-Adenauer-Straße treffen sich seit 20 Jahren begeisterte Anhänger des koreanischen Kampfsportes. Momentan sind 95 Mitglieder in dem Verein eingetragen, die unter anderem auch aus Kirchen und Katzwinkel, aber auch aus Freudenberg kommen. An jedem Abend in der Woche findet ein offenes Training statt, zu dem Kinder von vier Jahren bis Senioren kommen. „Unser Jüngster ist momentan viereinhalb, der älteste 66 jahre“, so Schlechtinger, der gerne auch eine Seniorengruppe anbieten würde. Er unterrichtet traditionelles Taekwon-Do, das sich von der Wettkampfform unterscheidet, weil es keinen dirketen körperkontakt zulässt – die Bewegungen werden bewusst abgebremst. Dennoch sind Abläufe darauf ausgerichte, sich im Falle eines Angriffs verteidigen zu können – so kommen auch Holzmesser zum Einsatz.   Die jungen Schüler von Max Schlechtinger üben eine Hyong – eine Abfolge von bestimmten Bewegungen bei denen man gegen mehrere fiktive Gegner kämpft Hierbei wechseln sich Angriff und Verteidungen ab. Max gibt die Bewegungen vor: „Doppelblock, Fauststoß, Tiefblock“. Anhand der Ausführung dieser Formen sieht der Leher, ob der Schüler sich der Beweungen, der Technik und dem Sinn des Taekwon-Do geöffnet hat –  oder ob er es nur stur anwendet. Denn neben der Fußtechnik (Tae) und Handtechnik (Kwon) ist auch der Weg (Do) ein wichtiger Aspekt der Sportart. Den schätzt auch Klaus Schneider (66) aus Wehbach seit mittlerweile 20 Jahren. Im gefällt die Kombination aus körperlicher und geistiger Betätigun –  es gibt bis zu 20 verschiedene Hyong-Formen, die es zu verinnerlchen gilt. Zudem sitze er als Klavierlehrer viel, „da brauche ich ein bisschen was Extremes“ Auch Matthias Bach aus Oberheuslingen, der mit seinem Sohn Paul (7) zum Training kommt ist begeisterter Taekwon-Do-Anhänger. Er habe in seiner Jugend bereits Erfahrungen gesammelt und dann einige Jahre ausgesetzt. Über seinen Sohn sei er wieder dazu gekommen: „Als ich die Atmosphäre gespürt habe, war ich wieder dabei.“ Für ihn bedeuten die Übungen effektiven Stresssabbau. „Es ist eine sehr ufassende Sportart. Kondition, Gleichgewicht und Gelenkigkeit werden auf einer sehr anstrengenden Basis vereint“. Der Trainer bringe seiner Schüler zudem immer wieder an Punkte, die man alleine vermutlich nicht erreichen würde.

Genau wie Matthias Bach und sein Sohn geht auch Helena Bechheim aus Katzwinkel mit ihren Kindern Kai und Sarah gemeinsam zum Kurs. „Man kann dabei sehr gut abschalten vom Beruf“, sagt sie. Ihrem Sohn Kai gefällt auch der Selbstverteidigungsgedanke: „Mann kann sich gegen Stärkere verteidigen“ Der Elfjährige präsentiert eine weitere Facette des Taekwon-Do  –   den Bruchtest. Zwei ältere Kursteilnehmer halten dafür ein Brett in die Luft, das ai mit einem Kick (Tritt) zebrechen lässt. „Man muss sich dabei auf das Brett konzerentein, dann geht es“, verrät er nach seinem Vortrag. Der Bruchtest habe etwas mit der geistigen Einstellung (Do) zu un, so Eckard Schlechtinger. „Wenn ich sage ‚Zerbrich mal diesen Beistift“, dann geht das. Es kommt nur auf das Selbstvertrauen an“. Natürlich seinen die Bretter der Kinder ein bisschen leichter zu zertreten als die der Erwachsenen aber: „Die sind mächtig stolz, das liegt dann sechs Wochen unterm Kopfkissen.“   Der Verein bietet neben Taekwon-Do auch Rückenschul-Kurse an, außerdem findet in den Räumlichkeiten ein Zumba-Kurs statt. Trainiert wird übringen auch in den Ferien, zudem treffen siche inige Veeinsmitglieder traditionell am 2. Weihnachtstag zum Training. In diesem Jahr stehen noch einige Freizeiten an: ein Trainingscamp auf Kreta, der Alsterpokal in hamburg und das Sommercamp auf Fehmarn.

  Wer sich für Taekwon-Do interessiert kann gerne zum Training kommen. Alle Informationen dazu finden sich auf der Hompage des Vereins unter: www.tkd-niederfischbach.de Wenn Erfahrungen gesammelt wuden, kann man bei Eckard Schlechtinger auch die Prüfungen machen, um den näcshten Gürtel zu erhalten. In den vergangen jahren sind in Niederfischbach einige „Schwarzgurte“ getestet worden.  

-Katja Fünfsinn

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